21 Sep

Badenkurier zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche

Badenkurier zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche

Der Jahreskreis ist im Keltischen wie im Christlichen durch die acht Jahresfeste gegliedert.
Die keltischen liegen immer direkt auf den kosmischen Knotenpunkten, während die christlichen in der Regel drei Tage danach angesiedelt sind. Da es sich hier um Zeiträume und Zeitqualitäten handelt, spielt der exakte Zeitpunkt in mancher Hinsicht nicht wirklich eine Rolle. Viel entscheidender ist es, das wir uns in diesen Räumen bewusst bewegen.

So treten wir jetzt am 21. September durch das Tor von Alban Elved. Tag und Nacht sind nun gleich lang. In diese Zeit fällt am 29. September eines der großen christlichen Jahresfeste: Michaeli. Mit seinem Schwert der Entscheidung zeigt er auf, dass wir nun symbolisch den Drachen besiegen können, der in unseren dunklen Gründen liegt. Tatsächlich zeigt uns Michael, wie wir in uns den Drachen ins Licht heben und – wie Michael Ende sagt – ihn zum goldenen Drachen der Weisheit wandeln können. Dies geschieht durch die bewusst geführte Sprache des Menschen.

Der Efeu – oder im keltischen Gort genannt – weißt uns als Schwellen-Pflanze hier den Weg und kündet davon, dass das Jahr nun langsam ausklingt.
Samhain, das Fest der Jahreswende und Beginn der dunklen Jahreshälfte, fällt ja auf Allerheiligen, also den 1. November. Wir erinnern uns der Toten, im Keltischen verbinden wir uns mit den Wesen der Anderwelt. Der Schleier der beiden Welten fällt ganz oder teilweise.

Wenn also Rilke in seinem Herbst-Gedicht sagt „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr, wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird lesen, wachen, lange Briefe schreiben und in den Alleen unruhig wandern, bis die Blätter treiben“, dann können wir verstehen, dass die dunkle Jahreszeit nun ihre Schatten voraus sendet, um uns zu kündigen, zu künden, dass der Sommer nun endgültig vorbei ist. Die Nebel steigen und künden uns von der Anderswelt, manche empfangen eine gewisse Melancholie in dieser Zeit. All dies gehört dazu und will uns erinnern, dass es jetzt darum geht langsam Vorbereitungen dafür zu treffen, dass wir in die stille meditative Jahreshälfte Stück für Stück mehr eintauchen können.

Dies steht im krassen Gegensatz zu dem, was die äußere künstliche Welt von uns will. Kriege und Epidemien und Konsum beuteln uns bewußtseins-mäßig von einem Extrem zum anderen. Dabei sind wir hauptsächlich mit unserer Sprache der verlängerte Arm der verlogenen Medien, wenn wir das was wir lesen, gleich ungefiltert weiter verbreiten. Dies wird dann zu einer Art verbalem Virus und lässt dadurch Gerüchte erst durch deren Verbreitung real werden.
Wenn zum Beispiel meine Kinder von der Schule nach Hause kommen und mir davon berichten, dass der Papa von einem Schulkameraden erzählt hat, dass eine afrikanische Krankheit in Deutschland um sich greift, und alle auf der Hut sein müssen, dann sehe ich, was passiert, wenn wir mit unserer Sprache unbewusst umgehen und dadurch zum Werkzeug des ungezähmten Drachen werden, der alles ins Verderben stürzen kann. Die Angst und das ungeprüfte Geschwätz bringen diese Lügen dann in die Wirklichkeit. Der Erfinder freut sich dann meist, weil er wieder viele Impfstoffe verkaufen kann.

Genau hinsehen, abwägen, entscheiden und klar durch die Sprache ins Gleichgewicht bringen, das ist die Kraft die uns der Erzengel Michael in dieser Zeit symbolisch mit seinem Schwert vermittelt. Er ist der Schutzpatron dieser Zeit um Erntedank herum.

Und so gilt es auch der ganzen Kriegstreiberei kein Gehör mehr zu schenken, mit dem Schwert symbolisch den Einfluss dieser Medien zu kappen und sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit zu machen.
Diese unsere eigene Wahrheit ist immer noch wahrer, als die fremdbestimmte übernommene durch die amerikanische Kriegsindustrie gesteuerte Medien-Unkultur.

Gerade neulich in Irland bin ich auf den Abt eines größeren Klosters getroffen, der mir sagte, dass früher die Geschichtsschreibung durch jahrelang moralisch wie fakultativ ausgebildete Barden und Poeten geschrieben und in belebenden Bildern durch Sprache und Gesang an die Menschen gegeben worden sei. So wurde sichergestellt, dass ein hoher Wahrheitsgehalt in der Geschichtsschreibung bestand. In neuerer Zeit haben die Medien und Holywood diese Aufgabe den Barden und Poeten still und heimlich aus der Hand genommen und verdrehen seit längerer Zeit die Bilder und verbreiten bestenfalls Halbwahrheiten, die allerdings noch gefährlicher sind als die Lüge, weil man sie nicht so leicht durchschauen kann. Er sagte weiterhin, dass es an der Zeit wäre, dass die Barden und Poeten ihren angestammten Platz wieder einnehmen müssten, um wieder mehr Wahrhaftigkeit in die verlogene Geschichtsschreibung zu bringen.

Nicht zufällig hat sich in den letzten 15 Jahren in Russland eine sehr große Bardenbewegung gebildet, die dafür sorgt, dass das Land sich langsam  von seiner Verlogenheit erholen kann. In Irland gibt es viele Barden. In Deutschland auch schon eine gute Anzahl, allerdings sind  sich viele noch nicht bewusst, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Nun bildet sich langsam eine Allianz der Barden untereinander und wir treffen uns zum so genannten Barden-Thing.
Das ist ein jährlich stattfindendes Treffen der schöpferischen Sänger und Poeten, um uns zu verbünden und auszutauschen. Wir wissen, dass wir in der Muttersprache singen und sprechen müssen, um diese zu heilen, zu heiligen und zu erhöhen.
Wir Barden verstehen uns nicht als Konkurrenten, da wir keine Unterhaltungskünstler sind.
„Wir bergen die uralten Bilder, die in den Verließen  des Vergessens schlummern…“ (aus meinem neuen Album, welches nächstes Jahr erscheinen wird).

Als wichtigstes Resultat dieser Arbeit werden wir nächstes Jahr im Sommer das „Festival der Barden & Poeten“ erstmals feiern. Ein Ereignis, wo wir ähnlich wie beim Fest der Bäume zusammenkommen, um uns auszutauschen, Musik von vielen verschiedenen Barden zu hören und an einer neuen Kultur des Friedens arbeiten werden.
Es wird auch einen Singewettstreit geben. Anders jedoch wie auf den herkömmlichen Wettstreiten und Song-Contesten geht es hier nicht um die Kür des besten Künstlers, sondern darum, dass alle Barden im Wechsel immer wieder ein weiteres poetisches Scheit auf das Feuer legen, um die Gesamtstimmung zu erhöhen und zu ertiefen. Dabei schulen wir Barden uns im Hinhören und Spüren, wer von uns der/die Nächste sein wird und mit welchem Lied, um zum zur Erhöhung beizutragen. Ziel ist die Erfahrung der hohen Minne, dem Liebeslied an die göttliche Welt, das die Schleier zwischen Diesseits und Anderwelt lockert.
Obwohl einige von uns in dieser Weise zum Teil bis zu dreizehn Jahre ausgebildet wurden, verstehn wir uns weiterhin als Lernende. So wird das Erfahrungsfeld Publikum – Vortragende zu einem gemeinsamen einenden Erlebnis. Der Barde hat gelernt, nicht auf der Energie des Publikums zu reiten und zu surfen, wie das oft Popstars tun und davon abhängig werden, sondern aus eigener Kraft einen Kanal zu öffnen, diesen in bescheidener Weise allen zugänglich zu machen. Als entscheidender Unterschied werden beim Publikum nicht Euphorie-Hormone ausgeschüttet, sondern selbst-reflektierendene Freudenhormone.

Ich freue mich sehr, wenn Ihr uns Barden auf diesem Wege unterstützen wollt, unsere Arbeit bekannter macht und nicht scheut, diese auch materiell zu unterstützen.
Jeder von uns hat einen Weg hinter sich, der oft voller Hürden und und Hindernisse war, gleichzeitig immer auch von ermutigenden Begegnungen und glücklichen Auftritten.

Mit der Hälfte meines Einkommens der letzten 15 Jahre habe ich geholfen, landwirtschaftliche, soziale und kulturelle Projekte finanziell mitzuermöglichen, die zukunftweisend sind. Dies war dadurch möglich, dass ich fast zwei Jahrzehnte in einem Zirkuswagen und gegen Ende in einer mongolischen Jurte gelebt habe. Nun wohne ich auf meinem kleinen Familienlandsitz im Grünen. Die Pacht ist sehr viel höher als das Wagenleben, ermöglicht aber das Auspflanzen der Topfpflanzen in fruchtbaren Boden.

Ich wünsche uns allen nun in dieser Zeit einen fruchtbaren europäischen und weltweiten Frieden, der von uns Menschen ausgeht. Nicht gemacht von Politikern, sondern von uns allen erschaffen.
Nur dieser kann unabhängig von wechselnden Regierungen erhalten werden.

An dieser Stelle auch noch ein kurzer Hinweis auf meine nächsten Konzerte, aktuell gibt es die Termine immer bei den Konzertterminen auf der Webseite.

11.10.2014 Stuttgart, Forum-Theater, Friedenskonzert
17./18.2014 Grabow, Anastasia-Festival
23.10.2014 Überlingen, Museumssaal, Geburtstags- & Jubiläumskonzert
02.11.2014 Sipplingen, Rathaus, Lachenmayr singt Bering

In diesem Sinne uns allen einen mit wachen Sinnen gelebten Herb(st)

Herzlich
Eloas Mín Barden

P.S. Der Frieden wird sich einstellen, wenn Mütterchen Russland und Vaterland Deutschland – wie es so schön heißt – eine Paartherapie machen, um ihre Ehekrise zu überwinden, weil Väterchen Deutschland mit Töchterchen Amerika fremd gegangen ist, nachdem sie ihm vorgaukelte, Mütterchen Russland sei ihm untreu geworden.

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